Upbit-Betreiber Dunamu wird mit Geldstrafen belegt und darf drei Monate lang keine neuen Kundenaktivitäten ermöglichen.
Regulierungsentscheidung sorgt für Kontroversen
Kritiker werfen südkoreanischen Behörden vor, dass die Sanktionen gegen Upbit nicht wirksam seien und die Krypto-Börse sogar stärken könnten.
Die Kritik kommt, nachdem die Financial Intelligence Unit (FIU) Dunamu mit einer dreimonatigen Geschäftsbeschränkung belegt hat.
Warum wurde Upbit sanktioniert?
Die Entscheidung der FIU erfolgte, nachdem bekannt wurde, dass Upbit 44.948 Transaktionen mit 19 nicht registrierten, im Ausland ansässigen Krypto-Unternehmen durchgeführt hatte.
Laut Seoul Daily und Newsway bedeutet die FIU-Anordnung, dass neue Upbit-Kunden für drei Monate keine Kryptowährungen auf externe Wallets oder andere Börsen transferieren können.
Zusätzlich wird die FIU Geldstrafen gegen Dunamu verhängen, deren Höhe zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben wird.
Disziplinarmaßnahmen gegen Führungskräfte
Neben den Sanktionen erhielt Dunamu-CEO Lee Seok-woo eine offizielle Verwarnung.
Auch die Leiter der Compliance- und Transaktionsüberwachung mussten zurücktreten. Weitere acht Mitarbeiter erhielten disziplinarische Maßnahmen.
Trotz dieser Maßnahmen kritisieren einige Branchenexperten, dass die Sanktionen Upbit kaum schaden, sondern eher stärken könnten.
Sanktionen könnten Upbit sogar helfen
Kritiker argumentieren, dass die Maßnahmen ineffektiv seien, da sie lediglich neue Kunden daran hindern, Kryptowährungen auf Drittanbieter-Wallets zu übertragen.
Da Upbit aber weiterhin neue Nutzer aufnehmen und ihnen den Handel auf der Plattform erlauben darf, könnten die Sanktionen am Ende sogar die Marktdominanz der Börse festigen.
Mögliche Nebenwirkungen der Sanktionen
Die Sanktionen erlauben es neuen Upbit-Nutzern weiterhin, Ein- und Auszahlungen in südkoreanischen Won (KRW) durchzuführen.
Kritiker argumentieren, dass viele Nutzer weiterhin bei Upbit bleiben, weil die Mehrheit der Krypto-Händler Komfort und Bequemlichkeit über alles stellt.
Ein Insider erklärte:
„Die Sanktionen dienen letztlich eher dazu, Upbit-Nutzer an die Plattform zu binden, anstatt sie zu bestrafen.“
Darüber hinaus könnte die Maßnahme künstliche Preisdifferenzen auf südkoreanischen Krypto-Börsen erzeugen, da Nutzer ihr Kapital nicht einfach abziehen können.
Weitere Geldstrafen in Aussicht
Die FIU hat noch keine endgültige Entscheidung über die Höhe der Geldstrafen getroffen. Ein Sprecher der Behörde erklärte, dass dies erst nach weiteren disziplinarischen Anhörungen erfolgen werde.
Einige Kritiker fordern jedoch stattdessen symbolische Geldstrafen, um die Marktverzerrung durch die Sanktionen zu vermeiden.
Ein Brancheninsider sagte:
„Das Verbot von Transfers wird nur dazu führen, dass Upbit seine Monopolstellung weiter ausbaut. Am Ende wird sich die Frage stellen, ob die Sanktionen der FIU überhaupt sinnvoll waren.“
Vergangene Warnungen der FIU
Die FIU hatte Upbit zuvor angewiesen, Transaktionen mit MEXC und KuCoin zu blockieren und auf die Einhaltung der Gesetze zu achten.
Die Behörde führte zwischen August und Oktober 2024 mehrere Vor-Ort-Kontrollen bei Upbit durch und kam zu dem Schluss, dass Tausende Transaktionen gegen Geldwäschevorschriften verstießen.
Zudem stellte die FIU fest, dass Upbit unzureichende KYC-Kontrollen durchführte, da es Kunden mit unscharfen Identitätsdokumenten oder unvollständigen Adressangaben ermöglichte, Transaktionen durchzuführen.
Zusätzliche Steueruntersuchung gegen Upbit
Neben den FIU-Sanktionen steht Upbit auch im Visier der südkoreanischen Steuerbehörden.
Anfang des Monats kündigte der National Tax Service (NTS) an, eine Untersuchung wegen mutmaßlicher Steuerverstöße gegen Upbit einzuleiten.